Hospitalhof Stuttgart | Evangelisches Bildungszentrum

Hospitalhof | Pädagogik, Philosophie, Ethik, Naturwissenschaften

Vortrag

Was ist Heimat? Von der Bedeutung eines Horizonts für das Leben

Im Rahmen der Reihe: Heimat der Denker? Schwaben und die Philosophie

MO 20.03.17, 19:00 – 20:30 Uhr
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

Weitere Termine: im Rahmen der Reihe: 13.03., 27.03., 03.04.17

Referent: Wilhelm Schmid.
Foto: Jürgen Bauer. Juergen.Bauer.Photographie@t-online.de

Referent: Wilhelm Schmid. Foto: Jürgen Bauer. Juergen.Bauer.Photographie@t-online.de

Überlegungen eines Philosophen aus Bayerisch-Schwaben

Wo komme ich her, wo gehöre ich hin, was ist aus mir geworden, was verdanke ich meiner Herkunft? Menschen brauchen Heimat, um Sinn im Leben zu finden. Heimat ist zunächst der Ort der Herkunft eines Menschen, aber auch eine Wahlheimat ist möglich. Wer in der angestammten Heimat bleibt, kann sich in ihr sehr verwurzelt fühlen, aber es ist manchmal auch ein bisschen langweilig. Wer weggeht, hat keine Wurzeln am neuen Ort, macht aber viele neue Erfahrungen. Heute entwickeln sich neue Arten von Heimat: Virtuelle Heimat, Unterwegsheimat. Zur Heimat werden Autos, Züge, Flugzeuge, Parkplätze, Bahnhöfe, Flughäfen. Heimat ist nicht mehr nur ein bestimmter Ort, vielmehr ist sie dort, wo die Familie ist und wo die Freunde sind. Die geistige Heimat ist das Zuhause in einer Sprache, in Gedanken und Worten. Und nach wie vor existiert für viele Menschen eine himmlische Heimat, aus der sie kommen und in die sie zuletzt, wie es so treffend heißt, heimgehen.

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Im Rahmen der Reihe: Heimat der Denker? Schwaben und die Philosophie:

Alle haben sie: eine »Philosophie«! Bäckereien und Banken, Maschinenbauer und Metzger – gerne geben sie ihrem unternehmerischen Leitbild diesen Anstrich. Doch beschwerlich ist der Weg zu dem, was der Schwabe Hegel vor 210 Jahren als seine Vorstellung von Idee, Natur und Geist formulierte. Philosophie ist stets mit Werten verbunden, und deshalb ist es gerade heute an der Zeit, neu über philosophische Fragen nachzudenken.

Auf anspruchsvolle und zugleich anschauliche Weise wird die von der Berthold Leibinger Stiftung geförderte Vortragsreihe des Schwäbischen Heimatbundes zeigen, welche grundlegende Wirkung schwäbische Philosophen entfaltet haben. Renommierte Referenten – schwäbische und nicht-schwäbische – gehen der Frage nach, ob der Schelling und der Hegel wirklich die Regel im Südwesten waren. Auch spüren sie der Frage nach, welche Verbindungslinien zwischen geistiger und technischer Innovationskraft des Südwestens zu ziehen sind.

Dabei stehen neben den großen schwäbischen Philosophen Hegel und Schelling auch andere Denker mit schwäbischen Wurzeln im Mittelpunkt, wie David Friedrich Strauß, der mit seinen umwälzenden Ideen für tiefgreifende Kontroversen sorgte, oder Friedrich Schiller, der nicht nur Literat, sondern ein bedeutender Geschichtsphilosoph war. Einen aktuellen Kontrapunkt setzt dazu der schwäbische Philosoph Wilhelm Schmid, der nach der philosophischen Bedeutung von Heimat fragt.

KOOPERATION: Schwäbischer Heimatbund, Berthold-Leibinger-Stiftung, Evang. Bildungszentrum Hospitalhof

MIT: Wilhelm Schmid, 1953 geboren und aufgewachsen in Billenhausen bei Krumbach/Schwaben, studierte Philosophie und Geschichte in Berlin, Paris und Tübingen, 1991 Promotion in Tübingen. Er lebt als freier Philosoph in Berlin, lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt und ist Autor zahlreicher Bücher zur Philosophie und Lebenskunst. 2012 erhielt er den deutschen Meckatzer-Philosophiepreis für besondere Verdienste bei der Vermittlung von Philosophie, 2013 den schweizerischen Egnér-Wissenschaftspreis für sein bisheriges Werk zur Lebenskunst.

Weitere Informationen: www.schwaebischer-heimatbund.de

Kostenbeitrag: 4,00 €

Kontakt:  Tel. 0711/23942-0